Congratulazioni Repubblica d’Italia 🇮🇹

Heute wird die Republik Italien 80 Jahre alt. Vor 80 Jahren stimmten die Bürger Italiens per Referendum für die Republik. Die Monarchie war somit auch hier beendet. Zur Feier des Tages habe ich mir vorgenommen, alle meine Schlüpfer zu waschen. Die grünen, die weißen und die roten.

Salerno vom Bahnhof aus gesehen.

Aber erst einmal von Anfang an. Am letzten Abend in Matera war ich noch einmal unternehmungslustig. Ich wollte vom gegenüberliegenden Berg, dem Parco della Murgia, auf die Stadt blicken und ein paar abendliche Bilder einfangen. Laut meinem technischen Helfer würde der Weg ca. eine Stunde in Anspruch nehmen. Als ich durch die Sassi ging, vernahm mein Ohr jedoch Musik. Und lachende Menschen. Und sie wurde immer lauter. Und dann war sie da und kippte mein Vorhaben. Eine Sommerparty in einer Pizzeria mit DJ. Na, so schön kann gar keine schöne Aussicht sein, um hier jetzt nicht mitzufeiern! Die Partygäste waren meist junge Menschen, die Musik ausschließlich italienisch. Alle sangen mit und die Laune war blendend. Also verbrachte ich so meinen letzten Abend in Matera.

Party People … und ich

Mit weinenden Augen verließ ich am nächsten Morgen die Stadt. Das lag einerseits am Abschied, größtenteils aber am Schweiß, der mir von der Stirn über die Augen und dann die Wange herunterlief. Es war wieder sehr warm, bereits um 10 Uhr, als ich zum Bahnhof aufbrach. Der Bahnhof ist wirklich winzig und besitzt nur ein einziges Gleis. So war die Frage: „Wo fährt mein Zug ab?“ herrlich überflüssig. Allerdings zeigte das örtliche Display nicht meinen Zug an. Auch kein anderer Zug fuhr nach Salerno. Es machte sich etwas Nervosität breit, war es ja bereits fünf vor zwölf – in meinem Fall fünf vor Abfahrt. Ich ging schnell zur Information und diese teilte mir mit, dass ich keinen Zug, sondern einen Bus gebucht habe. In der Trenitalia-App war das so nicht wirklich ersichtlich, vor allem, da ich ja beim staatlichen Bahnunternehmen gebucht hatte. OK, warm, schwitz … Bus. Der Bus fährt ab in der Richtung. Die nette Frau zeigte in eine Richtung, ich verstand aber nichts. Also los, im Laufschritt mit Kampfgepäck in die entsprechende Richtung gejoggt. Eine kleine Erinnerung an meine Bundeswehrzeit kam auf. Ich hätte nie gedacht, dass die Bundeswehr mich auf einen Italienurlaub vorbereiten wollte. Aber wozu sie doch gut war – Respekt. Ich lief und lief, es war jedoch kein Busbahnhof oder Ähnliches zu sehen. Ich fragte eine in ihrem Auto parkende Frau, wo die Fernbusse abfahren. Sie verwies mich zurück, neben den Zugbahnhof. Das ist doch jetzt nicht wahr. Vor meinem inneren Auge sah ich bereits einen Reisebus, der gemütlich und klimatisiert Richtung Salerno fuhr – ein Platz blieb dabei frei. Bevor ich meinen vor Hitze und Last geschundenen Körper wieder Richtung Bahnhof bewegen wollte, sah ich in der nächsten Nebenstraße einen Reisebus vor einer Haltestelle halten. Ich fragte den Busfahrer, wo der Bus nach Salerno abfuhr, und er meinte, er fährt nach Salerno. Ich zeigte ihm mein Ticket, es piepste und ich stieg ein. Mensch. Auf die Minute genau. Vor lauter Mitleid bot mir der Fahrer gleich eine Flasche Wasser an, die ich dankend annahm.

Matera bei Nacht

Die Fahrt mit dem Bus war sehr entspannend. Komischerweise begleitete uns oft auch eine Bahnschiene – zwar nur eine, also so wie zwischen Chemnitz und Leipzig, aber sie war da. Ich frage mich, wohin man denn dann von Matera aus mit der Bahn reisen kann.

Die Fahrt führte mich über Potenza, der Hauptstadt der Basilikata, nach Salerno an der Westküste Italiens. Hier spuckte der Bus am Bahnhof pünktlich alle Reisenden aus. Eine kurze Pause blieb mir, um mich mit einem Slice Pizza und einem Espresso zu stärken.

Stärkung

Weiter ging es mit dem Zug. Diesmal aber wirklich, schließlich hatte der Bahnhof diesmal mehrere Gleise. Es sah etwas wie in Bozen aus. Vom Bahnsteig aus konnte ich Berge mit Burgen sehen. Lange konnte ich den Anblick aber nicht genießen, schon fuhr der Frecciarossa ein. Mit High Speed ging es vorbei an Neapel bis nach Rom Termini, dem zentralen Bahnhof in Rom. Auf der Fahrt von Matera bis Rom beobachtete ich die Umgebung und muss sagen, dass mir die leicht bergige Landschaft sehr gefällt. Sanfte Hügel, auf denen ich jeden Moment jemanden erwartete, der ruft: „Reiter von Rohan, was gibt es Neues in der Mark?“

Im Zug

Mein letzter Trip brachte mich vom Zentrum der ewigen Stadt zum Flughafen Fiumicino. Schon wieder ein Flughafen, und ich steige nicht ein. DAS kann ich, so tun als ob und dann doch nicht. Nach zwei Stunden stand die allerbeste Ehefrau von allen vor mir, herzte mich und wir machten uns mit dem Hotelchauffeur auf den Weg zur nächsten Bleibe. Die Fahrt dauerte ca. 30 Minuten und führte uns etwas nördlich an die Küste in unser Resort. Direkt am Meer gelegen, nahm ich endlich einmal wieder in Gesellschaft ein Abendessen ein.

Abendstimmung am Hotel

Und da bin ich nun … im Waschsalon und warte darauf, dass meine Wäsche gereinigt und getrocknet wird. Kann auch sehr entspannend sein …