Strandleben und KI Diskussion

Vom äußersten Osten Italiens ging es einmal um die Adria herum. Naja. Nicht die ganze. Aber schon reichlich sechs Stunden Zugfahrt. Vorbei an Venedig (ja, man kann auch vorbeifahren ohne sie zu besuchen), über Umstiege in Venedig Mestre und Bologna. Die Zugfahrt nach Bologna war dabei die Anstrengendste … Man stelle sich vor: Blase füllt sich und alle Toiletten im Zug sind außer Betrieb. Körperlicher Stress sag ich da nur. An einer Station hielt der Zug zur Benutzung der Bahnhofstoiletten zwar länger, aber ich traute mich nicht. Wenn der Zug ohne mich weiterfährt … mit meinen ganzen Klamotten. Dann lieber schwitzen. Das Schwitzen endete dann in Bologna. Die 15 Minuten Umsteigezeit reichten für die notwendige Erleichterung. Jetzt ging es zügig mit dem InterCity nach Rimini. Rimini ist sozusagen der Strand von San Marino. Ich dachte immer, der Ort ist so etwas wie Ferien für Wohlhabende und Ballermann. Sollte mich täuschen.

Auf dem Weg zum Hotel

Ich beschloss den Weg zum Hotel zu Fuß zu gehen. Irgendwie erinnert mich der Ort an Meran. Lauter maximal 4-stöckige Häuser auf meinem Weg. Auch von der Vegetation ähnlich. Mein Hotel war recht günstig. 3 Sterne, Pool und Frühstück für reichlich 50€ die Nacht. So günstig kam ich noch nie unter. Vielleicht lag es an der Lage. Der Zug fuhr am Hotel direkt vorbei. Und natürlich hatte ich das Zimmer mit B-blick. Also nicht Berg- sondern Bahnblick. Das wusste ich aber und ließ mich darauf ein. Die Balkontür ließ ich immer geschlossen inkl. Aussenjalousie. Dämpfte den Schall aber nicht wirklich. Beim Einschlafen hörte ich dann doch immer die Züge, aber irgendwann bekam ich sie nicht mehr mit. Oder es fuhren nachts keine. Wer weiß.

Strand von Rimini

Das Frühstück war doch recht reichhaltig. Es gab nicht nur italienisch süß, sondern auch kontinental herzhaft. Das Rührei hingegen … Ich glaube das hat nie ein Huhn gesehen.

Heute sagte ich mir: Strandtag! Strandtag! Ich packte mein Handtuch ein und bestrich meinen Adoniskörper mit Sonnencreme. Dann gings mit Badeschlappen zum Strand. Als ich am Eingang des Strandes ankam fiel mir etwas ein. Badehose! Nach einem erneuten Hotelbesuch, um mein fehlendes Utensil zu holen ging es direkt zu Wasser. Das Hotel war nur zwei Ecken vom Strand entfernt. Daher super gelegen. Also stapfte ich im seichten Wasser einmal nach links und dann wieder zurück. Jetzt war eine Entscheidung gefragt: ihr merkt schon, ich hatte Stress. 15€ für Liege mit Sonnenschirm oder Hautkrebs? Ich entschied mich für ersteres und ja … Es liegt sich schön hier. Man war ich kaputt. Die Sonne, das Laufen. Irgendwann entschied ich mich ins kühle Nass zu gehen, aber nur kurz zum Erfrischen. Der Strand in Rimini ist ein richtiger Familienstrand. Sehr flach, man muss ein Stück laufen, damit auch mehr als die Beine nass sind. Ab und zu gab’s auch die eine oder andere Sandbank. Und feiner Sand ohne Ende, keine Steine, keine Algen, keine Quallen. Auch kein Timmy, zumindest nicht im Wasser. Mittag gab’s in einem der vielen Strandrestaurants. Auf Anraten meiner Frau: „Iss doch in der Zeit auch mal Salat“, holte ich mir einen Insalate mit Shrimps, Rucola, Mango und Zwiebeln. Dazu gab’s Weißbrot, welches ordentlich in Olivenöl mit Salz „gedidschd“ wurde. Italien kann ich! Von der Anstrengung ließ ich mich völlig erschöpft wieder in die Sonnenliege fallen. Da bin ich wie Horst Evers.

Stressbewältigung

Ich hatte erstmal Hirnpause, bis ein Freund ein Foto postete mit: Wo genau bin ich? Da ich es nicht genau identifizieren konnte frug ich meinen besten Freund die KI. Will ihn ja auch fördern. Schlagartig und mit einer Sicherheit sagte er: ganz klar Leipziger Strasse in Halle(Saale). Siegesbewusst beantworte ich die Frage und bekam ein „nein“ zurück. Wie jetzt? Nein. Es war der Wasaplatz in Dresden abgebildet. Bestätigte auch Streetview. Es war sozusagen ein Einzelgespräch mit Gemini fällig. Aber wir Männer sind nur angearscht: erst haben die Frauen immer recht. Jetzt auch noch die KI. Also sagt sie: Sie ließ das Argument von Streetview nicht gelten, sie habe darauf auch kein Zugriff. Das wäre die Kirche xy mit Brücke da hinten und das Hotel mit Tedi Markt in Halle. Ich sagte, die Kirche habe keine Brücke, das wäre ein Laternenmast, er soll nochmals genauer hinschauen. Er bestätigte das. Aber wir sollen uns nicht von Kleinigkeiten abhalten lassen, sondern den Fakten vertrauen. Halle. Als diskutierst man hier mit ner Frau. Mit mir nicht, ich verlasse den Strand nicht eher, bevor ich diese Diskussion gewinne. Also gegen KI trete ich an, gegen Frauen macht’s keinen Sinn. Dann verwies ich auf die typische gelben Haltestellenschilder. Die Antwort: die sind als Verkehrszeichen normiert und immer ein grünes H. „Darunter!!! Und dann ist da links ein gelber Bus!“ Ihr glaubt nicht was kommt: ja. Halle ist auch im Mitteldeutschen Verkehrsverbund und das gelb/schwarz dient der besseren Lesbarkeit und es fahren Busse von Subunternehmern herum, welche teilweise gelb sind. Ich solle bei den Fakten bleiben. Eyyy … So warte mein Junge dachte ich. Und hier: ein Screenshot von Google Streetview, welches unten die Adresse und oben genau das Foto des Ortes zeigt. Jetzt hab ich ihn, pah! Die Bestätigung der Adresse kam prompt. Aber warum ich das Bild manipuliert hätte: ich hätte oben genau das Foto über der Adresse eingefügt. Ich glaube meinen Lacher hörte man am ganzen Strand. So Bürschchen: ich habe gesagt, dass ich ihn ganz schön frech fand. Ich betrachtete das Bild und die darauf zu sehenden Locations. Hotel, Restaurant, Tedi, dm. Ich sagte ihm diese Konstellation ist genau in Google Maps zu sehen. Ausserdem ist das Bild anders, der Laternenmast ist mehr rechts wegen dem leicht anderen Blickwinkel und jetzt ist eine Strassenbahn zu sehen. Nix mit Bildbearbeitung. Und … Er entschuldigte sich, dass er doch frech war. Und nach Prüfung der Fakten gibt er mir letztendlich recht. Es folgte eine Liste von Entschuldigungen warum er den Ort falsch eingeschätzt hatte. Geht doch. Soooo nicht. Nach diesem Sieg über Skynet (Terminator) erst einmal ein Eis.

Das KI Streitthema (nicht Rimini)

Letztendlich war es ein sehr schöner Tag, ich stritt mich mit vorlauter Technik und genoss einfach mal den Tag. Ohne Besichtigungen…